Ausstellung „ZweiImSelbenRaum“ von Wilhelm Heim

„Papa, Du fehlst mir.“ Das war wohl der Satz, bei dem nicht nur Wilhelm Heim ein dicker Kloß im Hals saß. Wahnsinnig ehrlich reflektiert eröffnete der Fotokünstler und bekennender Depressionspatient seine erste Ausstellung im Bürgersaal in Bissendorf. Die erste Rede hielt Dr. Maike Höcker, Psychologin und Therapeutin von Wilhelm Heim, die vom Mut ihres Patienten aber auch der Kraft der Angehörigen sprach. Auch Heim selber, der einen sehr ehrlichen Brief an seine Eltern vorlas, dankte seiner Frau für ihre Unterstützung. Dass Angehörige im Kontext einer Depression mehr Gehör finden sollten. war für beide Protagonisten gleichermaßen wichtig. Heim selber schilderte seinen langen Weg einer schwierigen Kindheit hinein bis in das Erwachsenenalter, seine Reise aus der Depression hin zum Mut und der Öffnung als Schritt der Selbstwirksamkeit. Für seinen Beitrag erntete der Künstler nicht nur Applaus, sondern sogar Standing Ovations. Die Ausstellung zeigte Heim unter anderem an 30 verschiedenen Tagen seiner Depression in Selbstportraits immer an der gleichen Stelle, unterstützend wurden Zettel mit handschriftlichen Notizen neben den Fotos positioniert, die dem Betrachter einen Einblick in seine Gedankenwelt gaben. Darüber hinaus positionierte Heim in der Mitte der Ausstellung vier große Säulen mit Selbstportraits aus verschiedenen Episoden. Diese Ausstellung regte definitiv nicht nur nur Nachdenken an, sondern zum Nachahmen. Depressionen und das Thema psychische Gesundheit gehören in die Mitte der Gesellschaft und Wilhelm Heim hat dies auf eine beeindruckende Art und Weise geschafft.