„Aus der Krise ins Leben zurück“

Jahrelang kämpfte Pia Gebert mit schweren Suizidgedanken und durchlebte Phasen, die sie an den absoluten Abgrund brachten. Ganze elf Jahre lang war sie immer wieder Patientin in der Psychiatrie – das, was in der Fachwelt oft als klassische „Drehtürpatientin“ bezeichnet wird. Doch diese Zeiten des ständigen Kreislaufs gehören heute der Vergangenheit an.

In ihren schwersten Krisen hat Pia einen ganz besonderen Weg gefunden, sich mit ihren Gefühlen auseinanderzusetzen: das Schreiben. Wenn ihr die Worte fehlten, um sich verbal auszudrücken, brachte sie das Unfassbare auf Papier. Auf diesem Weg sind im Laufe der Zeit unzählige Gedichte entstanden – mittlerweile füllen sie 13 Bände, dazu kommen unzählige digitale Dateien auf ihrem Laptop und dem Smartphone. Wie viele Gedichte es am Ende insgesamt sind, weiß Pia selbst nicht mehr, aber jedes einzelne war ein Baustein auf ihrem Weg zur Heilung.

Heute ist Pia stabil und nutzt ihre eigenen Erfahrungen, um anderen Betroffenen als Leuchtturm und Mutmacherin zu dienen. Sie befindet sich aktuell in der Ausbildung zur EX-IN Genesungsbegleiterin. Damit wird sie ihre eigene Krisenerfahrung professionalisieren, um Menschen in ähnlichen Lebenslagen auf Augenhöhe zu begleiten und ihnen zu zeigen, dass ein Weg aus der Krise möglich ist.

Ihr beeindruckendes Engagement für die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen und die Suizidprävention führte sie kürzlich bis ins Fernsehen. In einem bewegenden Beitrag des NDR-Magazins „Hallo Niedersachsen“ sprach sie offen über das sensible Tabuthema Suizid und zeigte eindrucksvoll, wie der Schritt zurück ins Leben gelingen kann. Als Botschafterin der Hoffnung setzt Pia dort an, wo das Schweigen bricht und Aufklärung beginnt.

Wer sich ihren Mut machenden Fernsehbeitrag ansehen möchte, findet diesen in der NDR-Mediathek unter dem Titel: „Tabuthema Suizid: Aus der Krise ins Leben zurück“.